Mission

Die Bundesinitiative Impact Investing möchte durch den Aufbau des Impact-Investing-Ökosystems in Deutschland Voraussetzungen schaffen, dass zusätzliches Kapital zur Bewältigung sozialer und ökologischer Herausforderungen eingesetzt wird. Dabei behalten wir die Spezifika der deutschen Sozialwirtschaft, sowie Investitionen in und aus Deutschland heraus stets im Blick:

→ Die Verbreitung des Impact-Investing-Ansatzes sowie eines Bewusstseins für die gesellschaftliche Wirkung von Investmentkapital.

→ Die Stärkung und Förderung der Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Akteuren im Impact Investing.

→ Die Förderung günstiger politischer und rechtlicher Rahmenbedingungen für Impact Investing in Deutschland.

→ Die (Weiter-)entwicklung und Verbreitung von einheitlichen Methoden und Standards, insbesondere was die Wirkungsmessung betrifft.

Eckpfeiler

Die Arbeit der Bundesinitiative Impact Investing beruht auf folgenden Eckpfeilern:

Transsektoraler Ansatz: Die Bundesinitiative Impact Investing ist für Mitglieder aus allen Sektoren offen und soll das gesamte II-Ökosystem widerspiegeln. (Fonds, Banken, Stiftungen, Privatinvestoren, Wohlfahrtsverbände, Verwaltung, Politik etc.)

Eigentümerschaft der Mitglieder: Die Bundesinitiative Impact Investing basiert auf der aktiven Mitarbeit und dem Engagement aller Kooperationspartner.

Systemische Ausrichtung und Komplementarität: Die Bundesinitiative Impact Investing unterstützt mit ihren Aktivitäten immer die Weiterentwicklung des deutschen II-Ökosystems als Ganzes. Dabei sollen Doppelungen (bestehender Strukturen) vermieden werden.

Nationaler Fokus und internationale Einbindung: Die Bundesinitiative Impact Investing berücksichtigt die Besonderheiten des deutschen Sozial- und Finanzsystems und ist als „National Advisory Board“ (NAB) zur „Global Steering Group“ (GSG) gleichzeitig eng in das internationale II-Ökosystem eingebunden.

Schlanke Strukturen und wirtschaftliche Tragfähigkeit: Der Aufbau eines großen administrativen Apparats soll vermieden werden. Die Initiative soll sich mittelfristig finanziell selbst tragen.

Vorstand

Dr. Frank Niederländer (Erster Vorsitzender)

Frank Niederländer ist seit Januar 2018 Mitglied des Vorstands der BMW Foundation Herbert Quandt.

Den gebürtigen Saarbrücker prägen die kulturelle Vielfalt seiner Heimatregion und die damit verbundene Herausforderung, an der Gestaltung eines friedlich zusammenwachsenden Europas mitzuwirken. Seinen Ausbildungsweg wählte er entsprechend bilingual: deutsch-französisches Abitur, Doppelstudium an der Universität des Saarlandes und der École Supérieure de Commerce de Lyon, erste Berufserfahrungen in Paris und Brüssel.

Nach seinen ersten Stationen startete er 1991 als Mitglied des internationalen Trainee-Programms seine Karriere bei der BMW Group in München. Sein Werdegang führte ihn durch die Unternehmensbereiche Forschung und Entwicklung, Vertrieb sowie Konzern- und Finanzplanung. Seit 2002 übernahm Frank Niederländer verschiedene Führungspositionen, u.a. in der Strategie des Entwicklungsressorts, im Innovationsmanagement, im Produktmanagement und in internationalen Restrukturierungsprojekten.

Frank Niederländer lebt mit seiner Familie bei München. Er bewundert die dortige Landschaft als Gegenpol zu seiner Begeisterung für pulsierende Metropolen.

Dr. Andreas Rickert (Zweiter Vorsitzender)

Andreas Rickert engagiert er sich leidenschaftlich dafür, dass die Probleme unserer Gesellschaft wirkungsvoll gelöst werden. Als ‚Wandler zwischen den Welten‘ baut er Brücken zwischen Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik. 2010 gründete Andreas Rickert PHINEO und führt diesen Think-and-Do-Tank für gesellschaftliches Engagement seitdem als Vorstandsvorsitzender.

Zuvor war Andreas Rickert als Director in der Bertelsmann Stiftung und bei der Weltbank in Washington D.C. als Senior Governance Specialist. Seine Karriere begann er bei der Unternehmensberatung McKinsey & Company. Andreas Rickert hat Biologie in Düsseldorf, Davis und Bonn studiert und in Molekularbiologie in Köln und Stanford promoviert.

Dr. Rickert ist in diversen Gremien tätig, wie beispielsweise dem Rat für Nachhaltige Entwicklung oder Expertenbeirat der Europäischen Kommission zu Social Entrepreneurship. Ferner hat Andreas Rickert mehrere Beirats- und Aufsichtsratsposten bei gemeinnützigen Organisationen und mittelständischen Unternehmen inne und ist als Impact Business Angel aktiv.

Dina Lorentz (Schatzmeisterin)

Dina Lorentz hat langjährige Erfahrung im Corporate Finance Bereich mit Schwerpunkt auf Unternehmens- und Risikobewertung von Finanzinstituten sowie Analysen von Finanz- und Geschäftsstrategien. Mehrere Jahre in Lima, Peru als Operations Officer bei einem der größten europäischen Impact Investment Fonds haben den Fokus auf nachhaltige Finanzierung sowie Geschäftspraktiken und dementsprechende strategische Umsetzung geebnet. Seit November 2018 ist Dina bei der weltweit größten Anwaltskanzlei Dentons Europe LLP tätig, wo sie neben ihrer Tätigkeit als Senior Business Development Manager Finance Europe den Geschäftsbereich Sustainable Finance managt.

Daneben ist Dina Mitglied des Vorstands bei Oikocredit Norddeutschland, eine treuhänderische Fördergesellschaft von OikoCredit International, welche als internationale Genossenschaft Darlehen und Kapitalbeteiligungen an Partnerorganisationen vergibt (Mikrofinanz sowie Sektor Schwerpunkte Landwirtschaft und erneuerbare Energien) – vor allem in Lateinamerika, Asien und Afrika.

Darüber hinaus engagiert sie sich bei der Frankfurt School of Finance and Management als Lektorin und Gastprofessorin, insbesondere für Seminare und akademische Schriften im Bereich nachhaltige Finanzprodukte.

Trägerorganisationen

Die 1977 von Reinhard Mohn gegründete Bertelsmann engagiert sich in den Feldern Bildung, Europa, Demokratie, Gesundheit, Werte und Wirtschaft. Das Projekt „Impact Investing“ erforscht das Potenzial innovativer Investitionsformen bei der Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen. Im Rahmen dieses Projektes unterstützt die Bertelsmann Stiftung bereits seit 2014 das National Advisory Board. Unter dem Vorsitz von Dr. Brigitte Mohn kamen Experten aus Sozialwirtschaft, Finanzwirtschaft, Philanthropie, Wissenschaft und öffentlicher Hand zusammen und entwickelten nach einer Bestandsaufnahme Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung von Impact Investing in Deutschland.

Die BMW Foundation Herbert Quandt inspiriert Führungspersönlichkeiten weltweit, ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen und sich als Responsible Leaders für eine friedliche, gerechte und nachhaltige Zukunft einzusetzen. Sie inspiriert mit ihren Leadership-Programmen Führungspersönlichkeiten über Sektoren-, Kulturen- und Ländergrenzen hinweg und vernetzt sie durch ihr globales Responsible-Leaders-Netzwerk, das den positiven Wandel vorantreibt. Sie nutzt und fördert Impact Investing und Venture Philanthropy als effektive Instrumente des gesellschaftlichen Wandels. Mit ihren Aktivitäten will die BMW Foundation Herbert Quandt die Nachhaltigen Entwicklungsziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen unterstützen.

Der Bundesverband Deutscher Stiftungen vertritt die Interessen der deutschen Stiftungen gegenüber Öffentlichkeit, Politik und Verwaltung. Wir bieten unseren mehr als 4.500 Mitgliedern zahlreiche Veranstaltungen, vielfältige Vernetzung, umfassende Fachinformation
 und persönliche Beratung. Darüber hinaus unterstützen wir auch zukünftige Stifterinnen und Stifter auf ihrem Weg.

PHINEO gemeinnützige AG ist mit etwa 60 Mitarbeitenden die führende Impact-Beratung in Deutschland. Als unabhängiges, gemeinnütziges Analyse- und Beratungshaus helfen wir privaten InvestorInnen, Family Offices, Stiftungen und Unternehmen dabei, ihr Kapital mit Wirkung und Rendite einzusetzen. Wir unterstützen sie dabei, strategischen Wirkungsziele zu definieren, in ihre Kapitalanlage zu integrieren und die erzielte Wirkung nachzuverfolgen. Gemeinsam mit PartnerInnen konzipieren, entwickeln und realisieren wir innovative, wirkungsorientierte Finanzierungsmodelle, z. B. Social Impact Bonds.

Gründungsgeschichte

Der Ursprung der Bundesinitiative Impact Investing geht auf das National Advisory Board (NAB), einer sektorübergreifenden von der Bertelsmann Stiftung und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit koordinierten Expertengruppe zurück, die sich zum Ziel gesetzt hatte, den Markt für Social Impact Investment in Deutschland zu analysieren und zu stärken. Das deutsche National Advisory Board bestand aus Vertretern der Sozialwirtschaft, Finanzwirtschaft, Stiftungen, Wissenschaft und der öffentlichen Hand. Zu seinen Empfehlungen gehörte unter anderem, die Informationslage zu wirkungsorientiertem Investieren in Deutschland zu stärken. Mandatiert wurde das deutsche NAB durch die Social Impact Investment Taskforce (SIITF), die im Zuge der britischen G7-Präsidentschaft im Jahr 2013 ins Leben gerufen wurde.

In einem ersten Bericht mit dem Titel „Wirkungsorientiertes Investieren: Neue Finanzierungsquellen zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen“ wurden 2014 neben einer Ist-Analyse auch strategische Handlungsempfehlungen für das Wachstum des Impact-Investing-Marktes veröffentlicht. Dazu gehörte die Forderung nach einer Stärkung der Informationslage durch die regelmäßige Publikation aktueller Marktdaten. Ein weiterer Marktbericht der Bertelsmann Stiftung im Jahre 2016 kam zu dem Ergebnis, dass sich der deutsche Markt nach wie vor in einem frühen Stadium befindet, mit einer geringen Anzahl an Akteuren auf der Angebots- und Nachfrageseite, wenigen Anlageprodukten und hohen Transaktionskosten. Dennoch wurde ein positives Momentum konstatiert, das zur raschen Weiterentwicklung des Marktes in eine Wachstumsphase genutzt werden müsse.

Re-Launch: Die Gründung der Bundesinitiative Impact-Investing-Plattform in Deutschland

Entsprechend den Empfehlungen des Marktberichts traf sich im März 2017 eine Kerngruppe aus Mitgliedern des National Advisory Boards, um gemeinsam an einem Konzept für eine Impact Investing Plattform für Deutschland zu arbeiten.

In der weiteren Entwicklung wurde die Bildung einer Nachfolgeorganisation des NABs als Bundesinitiative Impact Investment beschlossen. Das Ziel: Durch die Gründung eines von Mitgliedern getragenen gemeinnützigen Vereins soll der Aufbau eines deutschen Ökosystems für Impact Investing gefördert werden. Dabei müssen die Spezifika der deutschen Sozialwirtschaft stets im Blick behalten werden. Durch Vernetzung und Weiterbildung soll das Bewusstsein für die gesellschaftliche und/oder ökologische Wirkung von Investmentkapital gestärkt und zu diesem Zweck auch sektorübergreifende Kooperationen unterstützt werden.

Im Rahmen eines Gründungsworkshops im September 2018 wurde die Struktur der künftigen Organisation mit einem breiteren Kreis an Stakeholdern, bestehend aus Stiftungen, Impact Investoren, Finanzdienstleistern, Wohlfahrtsorganisationen, NGOs, Unternehmen und Forschungseinrichtungen weiterentwickelt und bestätigt.

Seither haben sich unter dem Dach der Bundesinitiative Impact Investing mehrere Arbeitsgruppen etabliert, die sich mit Themen und Fragestellungen befassen, die für die Entwicklung eines Impact Investing Marktes von zentraler Bedeutung sind.

Die Registrierung der Bundesinitiative Impact Investing als eingetragener Verein steht demnächst bevor. Schwerpunkte unserer Arbeit liegen derzeit in der Kommunikation nach außen mittels einer Roadshow in mehrere deutsche Städte sowie in der Aktualisierung der Datenbasis durch eine Markstudie, die im Frühjahr 2020 veröffentlicht wird.

Die Bundesinitiative Impact Investing bildet gleichzeitig das National Advisory Board zur Global Steering Group for Impact Investment (GSG; Nachfolgeorganisation der SIITF). Sie ist somit fester Bestandteil der weltweiten Impact-Investment-Bewegung und dient als Transmissionsriemen zwischen Deutschland und den II-Aktivitäten auf internationaler Ebene. Dazu gehört die „Übersetzung“ von Konzepten, Ansätzen und Ideen aus anderen Ländern und Regionen in den deutschen Kontext sowie die Vertretung und Stärkung von deutschen und kontinentaleuropäischen Positionen und Ansätzen bei der Weiterentwicklung des Impact-Investing-Ansatzes im internationalen Rahmen.